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Neue Russland-Sanktionen erneut blockiert: Slowakei und Ungarn spalten die EU

By Thomas Maieler
24. Februar 2026 2 Min Read
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BRÜSSEL — Die Europäische Union steht erneut vor einer Bewährungsprobe ihrer außenpolitischen Geschlossenheit. Beim Treffen des Rates für Auswärtige Angelegenheiten gelang es den Mitgliedstaaten nicht, sich auf das 20. Sanktionspaket gegen Russland zu einigen. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas wurde das Paket nicht nur von Ungarn, sondern auch von der Slowakei blockiert — ein politisch sensibles Signal kurz vor dem Jahrestag des Beginns des Krieges in der Ukraine.

„Es ist bedauerlich, dass wir heute keine Einigung erzielt haben. Wir müssen der Ukraine klare Unterstützung zeigen und gleichzeitig den Druck auf Russland erhöhen“, erklärte Kallas nach den Beratungen. Die Gespräche würden jedoch auf diplomatischer Ebene fortgesetzt.

Das geplante Maßnahmenpaket zählt zu den umfangreichsten seit Kriegsbeginn. Es richtet sich insbesondere gegen den Energiesektor, Finanzdienstleistungen und den Handel — also gegen zentrale Einnahmequellen der russischen Wirtschaft. Die EU wollte die Maßnahmen symbolisch bis zum 24. Februar beschließen.


Energieversorgung als Kern des Konflikts

Der Widerstand hängt eng mit der Energieabhängigkeit Mitteleuropas zusammen. Ungarn kündigte bereits vorab an, keine neuen Sanktionen zu unterstützen, solange die Ukraine den Öltransit über die Pipeline Druschba nicht wiederherstellt. Die Lieferungen wurden nach Schäden an der Infrastruktur nahe der ukrainischen Stadt Brody unterbrochen.

Auch die Slowakei äußerte erhebliche Vorbehalte, vor allem wegen möglicher wirtschaftlicher Folgen. Für beide Länder bleibt russisches Öl ein strategischer Faktor — mit direktem Einfluss auf Treibstoffpreise, Inflation und Industrieproduktion.

Damit zeigt sich erneut das zentrale Dilemma der europäischen Sanktionspolitik: Maßnahmen gegen Russland treffen indirekt auch die Volkswirtschaften einzelner Mitgliedstaaten.


Innenpolitik und geopolitische Spannungen

Ungarns Außenminister Péter Szijjártó verknüpfte das Veto offen mit Energiesicherheitsfragen. In Brüssel wird jedoch auch ein innenpolitischer Hintergrund diskutiert — insbesondere im Zusammenhang mit den bevorstehenden Parlamentswahlen in Ungarn. Kallas wollte dazu nicht spekulieren, zeigte sich jedoch überrascht angesichts der historischen Erfahrungen des Landes mit russischem Einfluss.

Parallel tauchten Fragen nach möglichen geopolitischen Zusammenhängen auf, etwa nach Gesprächen der Vereinigten Staaten in der Region. Auch dazu äußerte sich die EU-Diplomatin zurückhaltend.

Als begrenzte Maßnahme kündigte die EU immerhin an, die Zahl der Mitarbeiter der russischen Mission bei der EU auf 40 Personen zu reduzieren — als Reaktion auf mutmaßlichen Missbrauch diplomatischer Privilegien.


Einheit der EU unter Druck

Der Streit macht deutlich, dass die europäische Außenpolitik weiterhin vom Einstimmigkeitsprinzip abhängt. Jede neue Sanktionsrunde wird damit zu einem Balanceakt zwischen geopolitischen Zielen und nationalen Interessen.

Brüssel betont zwar, den Druck auf Moskau aufrechterhalten zu wollen — doch die aktuellen Differenzen zeigen, wie schwierig eine langfristig geschlossene Linie bleibt, solange wirtschaftliche Auswirkungen innerhalb der EU unterschiedlich stark spürbar sind.

Weitere internationale Nachrichten finden Sie auf https://www.liveworldupdates.com/.

Tags:

EnergiepolitikEURusslandSanktionen
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Thomas Maieler

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