Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine deutliche Botschaft an die Vereinigten Staaten gesendet: Die Souveränität Grönlands ist nicht verhandelbar. In einer scharf formulierten Rede reagierte sie auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, neue Zölle gegen europäische Staaten zu verhängen, die sich gegen amerikanische Ansprüche in der Arktis stellen.
Von der Leyen warnte davor, die transatlantischen Beziehungen durch wirtschaftlichen Druck weiter zu belasten. Sicherheit in der Arktis könne nur gemeinsam erreicht werden, sagte sie, und ein Handelskonflikt unter Verbündeten spiele lediglich strategischen Rivalen in die Hände.
Sie stellte klar, dass die Europäische Union geschlossen und entschlossen auf mögliche Zölle reagieren werde. Zugleich verwies sie auf bestehende Handelsabkommen zwischen der EU und den USA, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhen. Dieses Vertrauen dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
Im geopolitischen Kontext bezeichnete von der Leyen die Arktis als zunehmend umkämpften Raum. Sie wies Vorwürfe zurück, Europa sei nicht in der Lage, Grönland vor dem Einfluss Russlands und Chinas zu schützen, und plädierte stattdessen für eine vertiefte sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Washington.
Die Kommissionspräsidentin kündigte an, europäische Kapazitäten – insbesondere Eisbrecher und Überwachungssysteme – auszubauen. Gleichzeitig betonte sie die uneingeschränkte Solidarität der EU mit Dänemark und Grönland. „Souveränität und territoriale Integrität sind keine Verhandlungsmasse“, sagte sie.
Die EU plane zudem umfangreiche Investitionen in die wirtschaftliche Entwicklung und Infrastruktur Grönlands. Ziel sei es, die Widerstandsfähigkeit der Region zu stärken, ohne bestehende politische Strukturen infrage zu stellen.
Abschließend verwies von der Leyen auf die Bedeutung internationaler Partnerschaften mit Ländern wie Kanada, Norwegen, Island und dem Vereinigten Königreich. Der Konflikt um Grönland, so die implizite Botschaft, sei ein Testfall für die künftige Balance zwischen Kooperation und Machtpolitik im transatlantischen Raum.