Die Gründung des Friedensrates durch US-Präsident Donald Trump in Davos hat weltweit eine intensive Debatte ausgelöst. Mit der Unterzeichnung der Gründungscharta am Rande des Weltwirtschaftsforums signalisiert Washington den Anspruch, globale Konflikte künftig außerhalb etablierter multilateraler Strukturen anzugehen.
Kritiker sehen in dem Projekt einen Versuch, eine von den USA dominierte Alternative zu den Vereinten Nationen zu schaffen. Trump hat die UNO wiederholt als ineffektiv bezeichnet und argumentiert, der neue Rat könne schneller und entschlossener handeln.
Besonders skeptisch reagiert Europa. UN-Generalversammlungspräsidentin Annalena Baerbock betonte, dass die UNO bereits über ein universelles Mandat zur Sicherung des Weltfriedens verfüge. Parallele Strukturen könnten das bestehende System schwächen.
Die Charta des Friedensrates weist in Teilen deutliche Parallelen zur UN-Charta auf. An der Gründungszeremonie nahmen Vertreter von 19 Staaten teil, darunter Ungarn und Bulgarien. Trump kündigte an, den Kreis der Mitgliedstaaten deutlich erweitern zu wollen.
Der Friedensrat ist Teil von Trumps Gaza-Friedensplan und entwickelte sich von einem regionalen Kontrollmechanismus zu einem globalen Projekt. Frankreich und Deutschland reagieren zurückhaltend, während Russland Interesse signalisiert, jedoch Bedingungen stellt.
Ob der Friedensrat zu einer ernstzunehmenden Institution wird oder bestehende Spannungen verschärft, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass das Projekt die Diskussion über die Zukunft der internationalen Ordnung neu entfacht hat.