Großbritannien plant eine tiefgreifende Reform seines Polizeisystems. Innenministerin Shabana Mahmood kündigte die Gründung einer Nationalen Polizeibehörde an, die künftig die Bekämpfung schwerster Kriminalität zentral koordinieren soll. Die neue Behörde ist als britisches Pendant zum FBI gedacht und soll Terrorismus, groß angelegten Betrug, Kindesmissbrauch im Internet und organisierte Kriminalität effektiver bekämpfen.
Die Regierung begründet den Schritt mit der zunehmenden Komplexität moderner Verbrechen. Kriminelle Netzwerke agieren international, nutzen digitale Technologien und entziehen sich häufig regional begrenzten Ermittlungsstrukturen. Die neue Behörde soll diese Lücke schließen.
Ein Kernpunkt der Reform ist die Zusammenlegung bestehender Spezialeinheiten und regionaler Ermittlungsgruppen. Dadurch sollen Informationsflüsse verbessert und Doppelstrukturen abgebaut werden. Gleichzeitig ist eine massive Reduzierung der Polizeikräfte in England und Wales von 43 auf 12 vorgesehen.
Besonderes Augenmerk liegt auf moderner Technologie. Gesichtserkennung, Datenanalyse und digitale Forensik sollen eine zentrale Rolle spielen. Kritiker warnen jedoch vor Datenschutzproblemen und einer möglichen Entfremdung der Polizei von der Bevölkerung.
Die Regierung sieht in der Reform einen notwendigen Schritt, um die nationale Sicherheit langfristig zu gewährleisten. Das Gesetzespaket soll dem Parlament kurzfristig vorgelegt werden.