Mi.. Mai 20th, 2026

AI SUMMARY – Was Sie vor dem Lesen wissen sollten

  • Eine US-Senatsanhörung enthüllte Hunderte Konten mit mutmaßlichen Nazi-Bezügen.
  • Betroffen ist die frühere Credit Suisse, heute Teil der UBS.
  • Unter den Konten sollen sich auch SS-nahe Vermögenswerte befinden.
  • Der Umfang der Gelder und die vollständige Aufarbeitung sind weiter offen.

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Neue Erkenntnisse aus den Vereinigten Staaten rücken die historische Rolle der Schweizer Großbank Credit Suisse erneut in den Fokus. Bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senats erklärte der republikanische Senator Chuck Grassley, dass laufende Untersuchungen Hinweise auf 890 Bankkonten mit möglichem Bezug zum NS-Regime ergeben hätten. Die Credit Suisse ist inzwischen von der UBS übernommen worden.

Grassley zufolge handelt es sich unter anderem um Konten des wirtschaftlichen Arms der SS sowie einer deutschen Rüstungsfirma. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass die Credit Suisse relevante Informationen über Jahre hinweg zurückgehalten habe. Das aktuelle Verfahren geht auf Ermittlungen zurück, die bereits 2020 aufgenommen wurden.

Die UBS sieht sich nun ebenfalls mit Kritik konfrontiert. Grassley warf dem Institut vor, die Aufarbeitung nach der Übernahme der Credit Suisse verlangsamt zu haben. Vertreter der Bank wiesen diese Anschuldigungen zurück und erklärten, unabhängigen Ermittlern weitreichenden Zugang zu den Archiven gewährt zu haben.

Im Zentrum des Streits stehen rund 16,5 Millionen Dokumente, von denen bislang nur ein Bruchteil öffentlich gemacht wurde. Der unabhängige Ermittler Neil Barofsky sprach vor dem Ausschuss von bislang identifizierten Vermögenswerten in Höhe von etwa 30 Millionen Schweizer Franken. Der endgültige Betrag könne jedoch deutlich höher liegen.

Besonders brisant sind Hinweise auf sogenannte „Rattenlinien“, Fluchtrouten, über die Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Südamerika entkamen. Laut Grassley soll die Credit Suisse Büroräume an die argentinische Regierung vermietet haben, während Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde Konten bei der Bank führten.

Auch das Simon Wiesenthal Center fordert eine vollständige Offenlegung. Für die Organisation geht es nicht nur um historische Forschung, sondern um moralische Verantwortung und Gerechtigkeit für die Opfer des Holocaust.

Der Fall zeigt, dass die Aufarbeitung der finanziellen Verstrickungen aus der Zeit des Nationalsozialismus noch immer nicht abgeschlossen ist. Die Ergebnisse des Abschlussberichts, der für Ende des Jahres erwartet wird, könnten weitreichende Konsequenzen für das Vertrauen in den internationalen Bankensektor haben.

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