Mi.. Mai 20th, 2026

Zwei schwere Lawinenabgänge haben am Samstag die österreichischen Alpen erschüttert und im Salzburger Pongau fünf Menschen das Leben gekostet. Die Unglücke ereigneten sich trotz wiederholter Warnungen der Behörden vor einer äußerst angespannten Lawinensituation und zeigen erneut, wie trügerisch sichere Wetterbedingungen im Hochgebirge sein können.

Das erste Unglück ereignete sich kurz nach Mittag im Gemeindegebiet von Bad Hofgastein, im Bereich der Schmugglerscharte auf rund 2.200 Metern Seehöhe. Eine Skifahrerin wurde von einer Lawine erfasst und tödlich verletzt. Ihr Ehemann, der sich in unmittelbarer Nähe befand, blieb unverletzt, konnte seiner Frau jedoch nicht mehr helfen.

Am Nachmittag kam es im Gasteinertal, im Gebiet Finsterkopf, zu einem weiteren schweren Lawinenabgang. Gegen 14 Uhr wurden dort sieben Bergsteiger von den Schneemassen mitgerissen. Vier von ihnen kamen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt, ein Bergsteiger überstand den Unfall unverletzt. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, da weiterhin Lawinengefahr bestand.

„Trotz klarer und wiederholter Warnungen kam es heute erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichen Folgen“, erklärte der Leiter der Bergrettung im Pongau, Gerhard Kremser. Die aktuelle Situation sei extrem gefährlich und erfordere ein Höchstmaß an Vorsicht von allen Wintersportlern.

Im Laufe des Tages wurden zudem weitere Lawinen in der Region ausgelöst, unter anderem bei Hüttschlag am Plattenkogel sowie bei Großarl am Frauenkogel. In diesen Fällen gab es keine Verletzten. Experten führen dies auf das rasche Eingreifen der Betroffenen und den geringeren Umfang der Lawinen zurück.

Fachleute warnen, dass die Kombination aus Neuschnee, Wind und Temperaturschwankungen die Schneedecke destabilisiert. Sonniges Wetter könne leicht zu Fehleinschätzungen führen, während die tatsächliche Lawinengefahr hoch bleibe. Die Behörden appellieren daher eindringlich, Warnstufen ernst zu nehmen und riskante Touren zu vermeiden.

Die Ereignisse im Pongau unterstreichen, dass selbst erfahrene Alpinisten den Naturgefahren in den Bergen nicht entkommen. Sie werfen zugleich Fragen nach der Verantwortung von Sportlern und Veranstaltern auf und erinnern daran, dass Sicherheit im alpinen Raum stets Vorrang haben muss.

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