Bratislava / Brüssel – Der Konflikt zwischen dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico und dem Brüsseler Nachrichtenportal Politico verschärft sich. Nach scharfer Kritik Ficos an einem Artikel über sein angebliches Entsetzen nach einem Treffen mit Donald Trump erklärte die Redaktion, sie stehe hinter dem Text und plane keine Änderungen.
Der Bericht basiert laut Politico auf Aussagen von fünf anonymen diplomatischen Quellen. Diese sollen ihre Informationen indirekt von europäischen Spitzenpolitikern erhalten haben, mit denen Fico am Rande eines EU-Sondergipfels am 22. Januar gesprochen habe. Demnach habe der slowakische Premier von einem Treffen mit Trump in dessen Residenz Mar-a-Lago berichtet und dabei Zweifel am geistigen Zustand des früheren US-Präsidenten geäußert.
Redaktion verweist auf journalistische Standards
Politico betonte in seiner Stellungnahme, eine unabhängige und unparteiische Medienorganisation zu sein. Der Artikel sei zudem um die offizielle Reaktion der slowakischen Regierung ergänzt worden. Über die Reaktion der Redaktion berichtete auch EURACTIV.
Fico weist die Vorwürfe entschieden zurück und spricht von einer gezielten Desinformationskampagne. Er bestreitet, bei EU-Treffen oder in bilateralen Gesprächen über sein Treffen mit Trump gesprochen zu haben, und warnt vor möglichen diplomatischen Schäden für die Slowakei.
Politische Dimension
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch Aussagen des SNS-Vorsitzenden Andrej Danko, der von einem „erschütterten“ Premier nach dem USA-Besuch sprach. Fico dementierte auch diese Darstellung.
Der Streit fällt in eine Phase intensiver Debatten über die künftige Rolle der USA in der europäischen Sicherheitsarchitektur. Experten sehen darin einen Konflikt, der über Medienfragen hinausgeht und grundlegende politische Linien offenlegt.