Der russische Präsident Wladimir Putin ist eingeladen worden, dem sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen beizutreten, der den Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Gebiets überwachen soll. Das bestätigte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Moskau prüfe derzeit die Einladung und erwarte weitere Details von der US-Regierung.
Der Rat ist ein zentrales Element des von US-Präsident Donald Trump initiierten, von den Vereinte Nationen unterstützten Friedensplans. Er soll die Entmilitarisierung Gazas begleiten und die internationale Koordination des Wiederaufbaus sicherstellen.
Trump bezeichnete das Gremium als „den größten und prestigeträchtigsten Rat, der je zusammengestellt wurde“. Zu den eingeladenen Persönlichkeiten zählen unter anderem der frühere britische Premierminister Tony Blair, Kanadas Regierungschef Mark Carney und US-Außenminister Marco Rubio. Israel soll als Gründungsstaat vertreten sein.
Nicht alle Staaten reagieren jedoch ohne Vorbehalte. Irlands Außenministerin Helen McEntee warnte davor, dass der Rat ein Mandat erhalten könnte, das über die Umsetzung des Gaza-Friedensplans hinausgeht. Sie betonte die zentrale Rolle der Vereinten Nationen für internationale Legitimität und Rechtsstaatlichkeit.
Zusätzliche Kontroversen entstehen durch das Finanzierungsmodell. Laut US-Angaben erhalten Mitglieder einen permanenten Sitz, sofern sie einen Beitrag von einer Milliarde Dollar leisten. Andernfalls ist die Mitgliedschaft auf drei Jahre begrenzt. Die Mittel sollen vollständig in den Wiederaufbau Gazas fließen.
Putins mögliche Teilnahme würde eine bemerkenswerte Rückkehr Russlands in multilaterale Prozesse markieren. Seit dem Angriff auf die Ukraine 2022 war Moskau weitgehend von westlich geführten Initiativen ausgeschlossen. Gleichzeitig unterhält Russland weiterhin Beziehungen zu verschiedenen Akteuren im Nahen Osten und positioniert sich als potenzieller Vermittler.
Der Friedensrat wird damit zu einem Symbol eines sich wandelnden globalen Systems, in dem pragmatische Machtpolitik zunehmend klassische multilaterale Strukturen herausfordert.