Mi.. Mai 20th, 2026

AI SUMMARY – Was Sie vor dem Lesen wissen sollten:

  • Eine internationale Drogenbande schmuggelte über 30 Kilogramm Kokain von Deutschland nach Tschechien.
  • Die Droge war in mit Sahne verzierten Torten versteckt.
  • Der Transport erfolgte per Fernbus von Berlin zum Busbahnhof Florenc in Prag.
  • Acht Verdächtige wurden identifiziert, fünf befinden sich in Untersuchungshaft.

PRAG – Ermittler in Tschechien haben eine internationale Drogenorganisation zerschlagen, die Kokain auf ungewöhnliche Weise schmuggelte: versteckt in Sahnetorten. Nach Angaben der Behörden wurden mehr als 30 Kilogramm der Droge von Berlin nach Prag transportiert.

Wie die tschechische Polizei mitteilte, enthielt jede Torte eine rund ein Kilogramm schwere, gepresste Kokainplatte. Der Tortenboden wurde dafür präpariert, anschließend verdeckte eine Schicht aus Sahne die Manipulation. Ziel der Transporte war der zentrale Busbahnhof Florenc Bus Station.

Preisunterschied als Anreiz

Nach Erkenntnissen der Ermittler nutzte die Gruppe gezielt Preisunterschiede zwischen Deutschland und Tschechien aus. Während der Straßenpreis für ein Kilogramm Kokain in Deutschland bei etwa 25.000 Euro lag, versprach der Weiterverkauf in Prag deutlich höhere Gewinne.

Für den Transport einer einzelnen „Torte“ sollen die Kuriere rund 25.000 tschechische Kronen erhalten haben. Der Verkaufspreis von 100 Gramm Kokain lag laut Polizei zwischen 100.000 und 150.000 Kronen. Damit erzielte die Organisation erhebliche Margen, insbesondere im Kleinvertrieb.

Vertrieb über verschlüsselte Kanäle

Kleinere Mengen der Drogen wurden nach Angaben der Behörden unter anderem über die Messaging-Plattform Telegram angeboten. Neben Kokain soll die Gruppe auch Methamphetamin, Ecstasy und LSD vertrieben haben.

Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler eine hydraulische Presse zur Verarbeitung der Drogen sicher. Zudem beschlagnahmten sie Bargeld in Höhe von mehr als 500.000 Kronen, Luxusuhren im Wert von über 400.000 Kronen sowie ein Fahrzeug.

Unter den Verdächtigen befinden sich sieben ausländische Staatsangehörige und ein tschechischer Bürger. Fünf Personen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen Haftstrafen von bis zu 18 Jahren.

Organisierte Kriminalität setzt auf Alltagslogistik

Der Fall verdeutlicht, wie organisierte Kriminalität zunehmend alltägliche Transportwege nutzt, um Aufmerksamkeit zu vermeiden. Fernbusse zwischen Berlin und Prag gehören zu den meistgenutzten Verbindungen in Mitteleuropa – ein Umstand, den die Täter offenbar strategisch ausnutzten.

Die Ermittlungen dauern an. Behörden schließen nicht aus, dass weitere Beteiligte identifiziert werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert