Mi.. Mai 20th, 2026

Kladno – Der Mord an einem 69-jährigen Obdachlosen unter einer Brücke im Sítenské-Tal zählt zu den erschütterndsten Gewaltverbrechen der letzten Jahre in Tschechien. Eine Woche vor Weihnachten 2015 wurde der Mann, von Bekannten „Dědek“ genannt, Opfer eines Angriffs, dessen Brutalität selbst erfahrene Ermittler erschütterte.

Die Staatsanwaltschaft warf drei Männern – Petr Brejcha, Josef Řehák und Marek Zajac – gemeinschaftlichen Mord vor. Nach einer Nacht des Alkoholkonsums sei es zu einem Streit gekommen, der in massiver Gewalt eskalierte. Faustschläge, Tritte gegen Kopf und Körper sowie wiederholtes Springen auf den Brustkorb hätten zu tödlichen Verletzungen geführt.

Medizinische Befunde und Anklage

Sachverständige stellten fest, dass der Mann an einem Polytrauma starb: Schädelbrüche, Hirnödem und gebrochene Rippen ließen keine Überlebenschance. Der Staatsanwalt Tomáš Milec sprach vor Gericht von einem gezielten und rücksichtslosen Angriff. Ein Unfall oder ein einzelner Schlag sei ausgeschlossen.

Widersprüchliche Aussagen

Vor dem Krajský soud v Praze begann im Juni 2016 ein Prozess, der von gegenseitigen Schuldzuweisungen geprägt war. Augenzeugen fehlten, doch forensische Spuren verbanden alle Angeklagten mit dem Tatort. Blut- und DNA-Spuren des Opfers fanden sich an Kleidung und Schuhen aller drei Männer.

Die Verteidigungsstrategien unterschieden sich, doch das Gesamtbild blieb eindeutig: Die Gewalt war gemeinschaftlich. Das Gericht wertete auch das Verhalten nach der Tat – das Weitertrinken und das Schweigen – als belastend.

Urteile und Revision

In erster Instanz verhängte das Gericht hohe Haftstrafen. Řehák erhielt 18 Jahre, Brejcha und Zajac jeweils 16 Jahre. Das Vrchní soud v Praze reduzierte später die Strafen teilweise, bestätigte jedoch die Schuld aller Beteiligten. Die Urteile sind rechtskräftig.

Bedeutung des Falls

Der Fall machte deutlich, wie schnell soziale Ausgrenzung in extreme Gewalt umschlagen kann. Gleichzeitig stellte er zentrale Fragen zu Mittäterschaft, Verantwortung und moralischem Versagen in den Mittelpunkt.

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